Design for
Democracy.

Atmospheres

for a better life

Die Stadt Frankfurt am Main startet mit der Region RheinMain die Bewerbung um den Titel »World Design Capital« im Austragungsjahr 2026.

Ziel ist es, gemeinsam mit Bürger:innen, Schüler:innen, kreativen Akteur:innen, Wissenschaftler:innen, Architekt:innen und Designer:innen Gestaltungsideen für soziale, urbane und kulturelle Entwicklungen voran zu treiben und so eine nachhaltige Gestaltung unserer Stadt und der Region zu stärken.

Von Menschen gemachter Klimawandel und die stetig zunehmende Konzentration von Reichtum in den Händen weniger führen zu weltweiten Migrationsbewegungen.

Demokratische Strukturen werden porös und aktuelle Modelle autokratischer Staatsführung in Ost und West finden zunehmend Anhänger:innen.

Neben der Macht und Abhängigkeit der Gesellschaften von den großen Technologie-Konzernen steigt in der medialen Kommunikation der Grad an Manipulation, werden überkommene Denkmuster, Macht- und Herrschaftsstrukturen, Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit reproduziert.

Daher braucht es Prozesse, Strukturen und Atmosphären, die ein Aufeinander-Zugehen, ein streitbares Miteinander sowie ein von Verantwortung getragenes Handeln und Gestalten im Hier und Jetzt ermöglichen.

Es braucht ein neues Gestalten von Notwendigem als Antwort auf die Bedürfnisse der unmittelbaren Umgebung. Es braucht ein Gestalten, in dessen DNA sich Nachhaltigkeit, Wiederverwertbarkeit sowie das Schonen von Ressourcen eingeschrieben haben und das Reduktion zum Statussymbol erhebt. Es braucht ein Gestalten für eine freiheitliche Demokratie und also für das Erlangen von Mündigkeit sowie der Erleichterung, Erweiterung, Erhaltung und Intensivierung des Lebens.

Design versteht sich bekanntlich als die ästhetische Gestaltung von unmittelbar Wahrnehmbarem als auch von mittelbar Spürbarem. Während unmittelbar wahrnehmbar Gestaltetes etwa Produkte, Architekturen, Innen- und Außenräume, aber auch Kommunikation und Atmosphären meint, lassen sich für mittelbar Spürbares Lebensgestaltung, Persönlichkeitsgestaltung oder Politik als Gestaltung von gesellschaftlichen Strukturen und Prozessen anführen. Aus beidem begründet sich die ästhetische, ökonomische und politische Rolle von Design in einer glokalen Welt.

Die Transformationsprozesse, denen wir im Einzelnen und die Gesellschaften im Großen und Ganzen ausgesetzt sind, eröffnen für Designer:innen neue Aufgaben und neue Rollen.

Die damit einhergehende Verantwortung verlangt es, Handlungen und Entwurfstätigkeiten zu unterlassen, die eine existenzielle Gefährdung der Welt, einer freiheitlich demokratischen Gesellschaft und einer künftigen Generation nach sich ziehen könnten.

Der Lebens-, Wirtschafts- und Kulturraum Frankfurt RheinMain war schon oft eine vorbildhafte Region für umfassende gesellschaftliche Umgestaltungen durch Gestaltung und angewandte Wissenschaften:

So erfand vor mehr als 550 Jahren der Mainzer Johannes Gutenberg das Drucken mit beweglichen Metalllettern und löste damit eine Medienrevolution aus, die gesellschaftliche Entwicklungen wie den Humanismus und die Reformation entscheidend beeinflusste.

Die Reformbewegung des Jugendstils, wie sie in Darmstadt ihren Ausdruck fand, die emanzipatorische, gestalterische Weichenstellung des 1907 gegründeten Deutschen Werkbundes als wirtschaftskulturelle Vereinigung von Künstlerinnen, Architektinnen, Unternehmern und Sachverständigen und nicht zuletzt die Stadt Frankfurt am Main waren bereits schon einmal Zentren der modernen Gestaltung und neuer Gesellschaftsmodelle. Denn gerade hier entwickelten Gestalterinnen und Gestalter auf dem Weg zu einer neuartigen Großstadtkultur neue Produkte für sämtliche Lebensbereiche. Unter dem Namen „Das Neue Frankfurt“ erschöpfte sich die Gestaltungsutopie dabei nicht im bekannten und von Ernst May initiierten Wohnungsbauprogramm, sondern umfasste ab den 1920er Jahren einen universalen Anspruch im Mode-, Interieur-, Industrie-, Produkt- und Kommunikationsdesign.

Und auch nach dem Zweiten Weltkrieg war es wiederum die Stadt Frankfurt am Main, die mit den von 1963 bis 1968 währenden Auschwitzprozessen – den größten NS-Strafprozessen der Nachkriegszeit in Deutschland – für die bundesdeutsche, juristische Aufarbeitung des Holocaust steht. Hier führte 1969 der Philosoph Theodor W. Adorno im Hessischen Rundfunk sein letztes Gespräch mit dem Bildungsforscher Hellmut Becker über die Erziehung zu Mündigkeit, hier sind das 1970 gegründete Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, das ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung GmbH und der Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main verortet. Hier wird 2023 der 1848 in der Paulskirche stattgefundenen ersten deutschen Nationalversammlung gedacht werden.

Wir nehmen all dies als zu befragende und profunde Basis für unsere Bewerbung und alles, was vor uns liegt.

Wir vertrauen auf das Potenzial von Design und erwarten von Designer:innen und uns allen Verantwortung zu übernehmen.

Wir setzen auf den Mut aller für ein jetzt nötiges Handeln und also einer potenziellen Gestaltbarkeit einer lebenswerten Zukunft, die in der Bewerbung Frankfurt RheinMains als World Design Capital 2026 im März 2023 zu einer neuen Bewegung findet.

Diese Bewegung muss getragen sein von Verantwortung und Optimismus und von Akteur:innen, die bereit sind, glaubhaft neue Möglichkeiten für Demokratie, für eine demokratische Kultur der Freiheit und ein besseres Leben zu konzipieren und zu entwickeln – ein besseres Leben, das über das eigene Wohlergehen hinaus, ein ebensolches auch für nachfolgende Generationen bereithält. 

Über World Design Capital

Die World Design Organisation™ (WDO) mit Sitz in Kanada schreibt seit 2008 alle zwei Jahre den Titel World Design Capital® (WDC) aus. Die WDO zeichnet damit Städte für ihren effektiven Einsatz von Design zur Förderung der kulturellen, wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Entwicklung aus. 
Zu den bisherigen WDCs gehören Torino (Italien), Seoul (Südkorea), Helsinki (Finnland), Kapstadt (Südafrika), Taipei (Taiwan, Chinesisch-Taipeh), Mexiko-Stadt (Mexiko) und die Metropole Lille (Frankreich). Die Stadt Valencia (Spanien) hat den Titel für 2022 erhalten. 2024 wird zum ersten Mal ein binationales Duo den Titel tragen: San Diego (USA) / Tijuana (Mexico).

Kontakt

Frankfurt RheinMain
Bewerbung World Design Capital 2026
Projektbüro im
Museum Angewandte Kunst
Schaumainkai 17
60594 Frankfurt am Main

Leitung / CEO: Prof. Matthias Wagner K
Projektleitung: Daniela Kupetz
+49 (0)69 212 37991
hello@designfrm.de

Trägerschaft der Bewerbung
Frankfurt RheinMain

Trägerschaft der Bewerbung Frankfurt RheinMain. World Design Capital 2026 ist die Stadt Frankfurt am Main unter Federführung des Dezernats für Wissenschaft und Kultur in Kooperation mit den Städten, Kreisen und Gemeinden der Region Frankfurt RheinMain und dem Land Hessen, unterstützt durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain und auf Initiative der Werkbundakademie Darmstadt e.V.

We’ll keep you posted!
Hier zum Newsletter anmelden:

World Design Capital 2026, World Design Capital Frankfurt Rhein Main, Frankfurt World Design Capital, Frankfurt Designhauptstadt, Die Koalition fördert die Bewerbung Frankfurts als „World Design Capital“…